05.02. – Salon Féministe 17

Salon Féministe 17: Postödipale Subjekte und ihr Geschlecht

Sonntag, 05.02.2017, 16:30 Uhr
Baracke, Scharnhorststraße 100 (zwischen IfPol und Aasee), Münster
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Beim 17. Salon Féministe Anfang Februar geht Tove Soiland in einem Vortrag der Frage nach, in wie weit Queer-Konzepte emanzipatorisch sind – selbstverständlich mit anschließender Diskussion.

Hier die Ankündigung und ein paar Infos zur Referentin:
Jacques Lacan hat mit seiner These eines Wandels in den Über-Ich-Strukturen, wie er sie in seinen Seminaren Ende der 1960er formulierte, einen wichtigen Beitrag zu einer Gegenwartsdiagnose spätkapitalistischer Gesellschaften geleistet. Unter dem Stichwort „postödipale Subjektivierung“ werden seine Thesen heute von der Schule von Ljubljana weitergeführt, um die Fallstricke jener Liberalisierung, die die Proteste der 68er Generation maßgeblich mit angestoßen haben, zu verstehen.

Vor diesem Hintergrund geht der Vortrag der Frage nach, ob dem Auftauchen multipler geschlechtlicher Positionen, wie sie heute im Zuge des Cultural turn als Unterwanderung der traditionellen Geschlechterordnung hochgehalten werden, tatsächlich ein subversives Potential zukommt, oder ob diese nicht vielmehr Ausdruck einer neuartigen „Biopolitik des Genießens“ sind, die, weit davon entfernt, befreite Subjekt hervorzubringen, diese einer neuartigen Form von Herrschaft unterwerfen.

Tove Soiland studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik in Zürich. Sie hat derzeit die Klara-Marie-Faßbinder-Gastprofessur in Ludwigshafen inne und ist Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten.
2008 promovierte sie an der Universität Zürich zu »Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz. Eine dritte Position im Streit zwischen Lacan und den Historisten«. 2009 schrieb sie für das Stadttheater Bern die szenische Lesung »Nehmen Sie Ihr Gender selbst in die Hand, Madam!«. 2003 initiierte sie den »Gender-Streit«, eine Kontroverse um die theoretischen Grundlagen des Gender-Begriffs. Für das Historisch-kritische Wörterbuchs des Marximus (8/1) verfasste sie 2013 den Eintrag »Lacanismus«.

Vor dem Vortrag, den das Autonome Frauen*referat [www.frauenreferatmuenster.wordpress.com] in Kooperation mit der Gruppe et2c [www.et2c.org] organisiert hat, gibt es wie üblich Kaffee und Kuchen (ab 15:30 Uhr) und nach der Diskussion wird dann das AStA-Kino einen Film zeigen (We Want Sex /Made in Dagenham, GB 2010).

Wir freuen uns auf euch!

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